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SOS - Sicherheit ohne Stalking

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Anhörung im Deutschen Bundestag

sandracegla-expertin-bundestagAm 09.11.2016 wurden unterschiedliche Experten als Sachverständige im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages zur neuen Gesetzesvorlage in Sachen Stalking angehört.

Dazu war auch unsere Gr√ľnderin¬†Sandra Cegla eingeladen. Lesen Sie hier unsere vollst√§ndige Stellungnahme zum Thema:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
als ehemalige Kriminalkommissarin mit dem Schwerpunkt im Bereich schwerer Gewaltdelikte und Stalking sowie Gr√ľnderin von SOS-Stalking begr√ľ√üe ich den neuen Gesetzentwurf zur Verbesserung des Schutzes gegen Nachstellungen (BT-Drucksache 18/9946) grunds√§tzlich.
In der Vergangenheit und mit dem bisherigen Straftatbestand gab es vor allem Schwierigkeiten bei Fallkonstellationen, in denen die Betroffenen von Stalking die feindlichen Angriffe eines Stalkers aushielten, ohne wesentliche Ver√§nderungen in ihrem Lebensumfeld vorzunehmen, die f√ľr die Gerichtsbarkeit objektivierbar waren. Das Verhalten der Opfer ist aus meiner Erfahrung nicht immer gleichbedeutend mit ihrem inneren Leidensdruck und dem Schaden, den sie durch das Handeln des T√§ters nehmen.
1.) Eignungsdelikt
Dieser Punkt ist im Wesentlichen durch den neuen Gesetzesentwurf aufgegriffen worden, insbesondere durch die √Ąnderung von einem Erfolgsdelikt in ein Eignungsdelikt. Obwohl sich in der gerichtlichen Praxis nun neue Fragestellungen und Herausforderungen hinsichtlich der Objektivierung von ‚Äěgeeigneten‚Äú Handlungen zur Beeintr√§chtigung der Lebensgestaltung ergeben werden, bef√ľrworte ich die √Ąnderung in ein Eignungsdelikt ausdr√ľcklich.
Es kann nicht Aufgabe des Stalking-Opfers sein, seine physische und psychische Resilienz auszusch√∂pfen. Allein das Handeln des T√§ters und dessen kriminelle Energie m√ľssen im Mittelpunkt der gerichtlichen Bewertung stehen.
2.) Einf√ľgung eines Grundtatbestandes
Im Gesetzesentwurf fehlen die Beobachtung des Opfers und das Ausspionieren mittels Spyware und √úberwachungsapparaturen/Trackern. Daraus gewonnene Informationen k√∂nnen gegen das Opfer oder zur Einflussnahme auf das Opfer verwendet werden. Diese Handlung, die erheblich in die Intim-/Privat und Sozialsph√§re eingreift, ist bisher schwierig bis gar nicht unter den neuen ¬ß238 StGB zu subsumieren. Die Auswirkungen auf das Opfer, sobald es die √úberwachungsma√ünahmen entdeckt hat, sind dramatisch und schwerwiegend. Daher bef√ľrworte ich einen Grundtatbestand i.S.d. ¬ß238 Abs. 1 Nr. 5 in der alten Fassung beizubehalten: „eine andere vergleichbare Handlung vornimmt“
Daher sollte mindestens der in der alten Fassung enthaltene Grundtatbestand wieder aufgenommen werden.
3.) Streichung aus dem Katalog f√ľr Privatklagedelikte (¬ß374 StPO)
Eine Streichung aus dem Katalog f√ľr Privatklagedelikte erscheint sinnvoll. Es ist unangemessen, ein Opfer einer Nachstellung sein Verfahren selbst betreiben zu lassen.
4.) Nahe Angehörige, Lebenspartner, Nachbarn, berufliches und soziales Umfeld
In meiner Erfahrung mit Stalking hat sich gezeigt, dass selten nur allein das Opfer vom Stalking betroffen ist, sondern es werden h√§ufig die gesamte Familie und der Freundeskreis in die Taten mit einbezogen. Dies geschieht insbesondere in der Mehrzahl der F√§lle, in denen es sich beim T√§ter um den ehemaligen Intimpartner handelt. Ganz besonders vor dem Hintergrund der gro√üen sozialen Bedeutung der nahen Angeh√∂rigen ist es sinnvoll, sie gesondert zu erw√§hnen. Allein durch deren Insiderwissen und ihre weiteren famili√§ren Verwebungen haben sie eine herausragende Rolle, wenn sie in Stalkingf√§lle einbezogen werden. Hier kommt es h√§ufig zu besonders schwerwiegenden Vertrauensbr√ľchen und der Beeinflussung weiterer Angeh√∂riger. F√ľr die Verursachung eines gro√üen Schadens muss der Kontakt zum betreffenden Angeh√∂rigen nicht unbedingt eng gewesen sein; die famili√§re Bindung und der Einfluss im Familiensystem sind ausreichend f√ľr eine gro√üe Wirkung beim Betroffenen.
Es erscheint daher zwingend, nahe Angehörige entsprechend §238 Absatz 2 und 3 in den Katalog des Absatz 1 einzubeziehen.
Weiterhin sollten die Kontaktaufnahmen zum Arbeitgeber oder des nahen sozialen Umfelds, zu dem der T√§ter in keinerlei Beziehung steht, soweit das Stalking das Ziel ist, einbezogen werden. Arbeitsplatzverlust ist nicht selten das Ergebnis von manipulativen Stalking. Der Verlust der Existenzgrundlage wiegt f√ľr das Opfer so schwer, dass dies Erw√§hnung finden muss.
5.) Wiederholungsgefahr nach §112a StPO
Aus meiner kriminalpolizeilichen Praxis wei√ü ich, dass Stalking auf Grund der obsessiven Fixierung des T√§ters auf sein Opfer ein erhebliches Gefahrenpotential in sich tr√§gt. Selbst, wenn (noch) keine schwerwiegenden Straftaten erfolgt sind, sind diese niemals ausgeschlossen. Besonders dort, wo bereits Gewalt angewendet wurde, kann eine Deeskalationshaft im Einzelfall √ľberaus sinnvoll sein.
Daher sollte §238 StGB in den Katalog des §112a StPO aufgenommen werden.

6.) Tatbestandmerkmal √§ndern: „erhebliche Beeintr√§chtigung‚Äú
Aus meiner Sicht und Erfahrung bedeutet dieses Tatbestandsmerkmal, das „eine schwerwiegende Beeintr√§chtigung“ verlangt, dass immer noch auf die Resilienz des Opfers abgestellt wird.
Eine erhebliche Beeintr√§chtigung muss bereits ausreichend sein, um eine Strafbarkeit zu begr√ľnden.
7.) Anwendungsbereich er√∂ffnen ‚Äď OEG
Erw√§genswert erscheint es, Nachstellungshandlungen, die zu gesundheitlichen Sch√§digungen gef√ľhrt haben, in den Anwendungsbereich des ¬ß 1 Abs. 2 OEG einzubeziehen.
8.) Erweiterung des Gewaltschutzgesetzes
Die vorgelegte Anpassung des Gewaltschutzgesetzes erscheint sinnvoll. Die Strafbarkeit eines Versto√ües gegen einen nach dem Gewaltschutzgesetz geschlossenen Vergleichs kann die Wirksamkeit dieses Rechtsmittels erheblich erh√∂hen, schlie√üt eine Sicherheitsl√ľcke und ist somit eine folgerichtige √Ąnderung. Die M√∂glichkeit, Verst√∂√üe gegen einen gerichtlich best√§tigten Vergleich strafrechtlich verfolgen zu k√∂nnen, wird aus meiner Sicht zur Sicherheit der Opfer beitragen.

Sandra Cegla, Kriminalkommissarin a. D.“

Hier können Sie die Diskussion der Experten nachlesen.

Neu im Team: Rosemarie Behling

rosemariIm Oktober haben wir Verstärkung von Rosemarie Behling bekommen. Hier stellen wir sie Ihnen vor:

Rosemarie Behling ist Fach√§rztin f√ľr Allgemeinmedizin und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapeutin. Seit 1987 ist sie in eigener Praxis in Berlin-Zehlendorf niedergelassen und √Ąrztin aus Leidenschaft.

In ihrer hausärztlichen Tätigkeit liegt neben den diagnostischen und therapeutischen Verfahren der Schulmedizin einer ihrer Schwerpunkte in naturheilkundlichen Behandlungskonzepten.
Mit Hilfe der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie bietet sie Ihnen einen Weg, leidensvolle Konflikte und Symptome, die die Lebensqualit√§t stark einschr√§nken k√∂nnen, im Zusammenhang mit fr√ľheren Pr√§gungen und st√∂renden Verhaltensmustern zu verstehen.¬† So k√∂nnen Ihnen Neuorientierungen und Wohlbefinden in Ihrem Leben erm√∂glicht werden.
In der von ihr praktizierten Sexualtherapie werden einzelne Patienten oder auch Paare behandelt. Hier haben zu ihrem Gelingen die beziehungsorientierte Dimension und die Kommunikation miteinander einen besonderen Stellenwert inne.
Wir sagen: herzlich willkommen im Team!

Studie √ľber innerfamili√§re T√∂tungsdelikte vorgestellt

„Wir wurden alle im Stich und allein gelassen“, klagte eine der 14 Interviewten der bisher einzigartigen Studie „Innerfamili√§re T√∂tungsdelikte im Zusammenhang mit Beziehungskonflikten, Trennung bzw. Scheidung – Konsequenzen f√ľr die Jugendhilfe.“

Auf Initiative der scheidenden Jugendamtsleiterin Dr. Susanne Heynen hatte die Stadt das von der Stiftung Deutsche Jugendmarke unterst√ľtzte Forschungsprojekt zwei Jahre lang erm√∂glicht, „damit Menschen, die k√ľnftig Schlimmes erleben m√ľssen, bestm√∂gliche Unterst√ľtzung beim Jugendamt haben“, so Sozialdezernent Dr. Martin Lenz am elften Juli bei der Abschlusstagung. Denn es handelt sich „um eine der dramatischsten Gewaltformen, die wir kennen , in der Abh√§ngigkeits- und Machtverh√§ltnisse, Intimit√§t und Liebe in besonderer Weise mit Gewalt verbunden sind“, verdeutlichte Prof. Dr. Cornelia Helfferich von der Evangelischen Hochschule Freiburg.“

Den vollständigen Artikel des Amtsblattes der Stadt Karlsruhe lesen Sie hier.

Was ist Ihr größtes Problem?

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Wir befinden uns gerade in der Konzeptionierungsphase zu einem niedrigschwelligen Online-Hilfsangebots. Unterst√ľtzen Sie uns dabei und beantworten Sie uns in weniger als 2 Minuten elf wichtige Fragen.

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Safe the Date: 1 Jahr SOS-Stalking!

 

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Es ist soweit: SOS-Stalking wird am 01.08.2016 ein Jahr alt. Deshalb laden wir Sie am 01.09.2016 ab 18.00 Uhr in Berlin Mitte zum einer Jubiläumsfeier mit inhaltlichem Austausch, Sektempfang und Häppchen ein.

Als besondere G√§ste begr√ľ√üen wir neben der Bundesfrauenbeauftragten der DPolG, Sabine Schumann, Amtsanw√§ltin Julia Grothues-Spork, die sich im Schwerpunkt mit Stalkingf√§llen auseinander setzt und uns einen fachkundigen Blick auf die Arbeit der Justiz und den neuen Gesetzesentwurf zum Stalkingparagrafen geben wird.

Bitte melden Sie sich verbindlich unter schatter@sos-stalking.berlin an.

Wir freuen uns auf Sie!

Herzliche Gr√ľ√üe,

Sandra Cegla

Connecting Women läd ein!

Bildnachweis @pixabay.com

Connecting-Women, das Unternehmerinnen-Netzwerk Steglitz-Zehlendorf läd herzlich zum nächsten Netzwerktreffen mit Impulsvortrag von Sandra Cegla ein:

Donnerstag, 02.06.2016, 18:00 Uhr

Gutshaus Steglitz, Schloßstr. 48, 12207 Berlin.

Hier gehts zur Anmeldung.

Aufruf: wir suchen Sie zum Interview!

Sandra BundestagUns begegnen bereits seit Monaten in vielen Gesprächen die unterschiedlichsten Stalking-Geschichten.

Sie haben auch bereits Bekanntschaft mit einem Stalker gemacht? Ihr Fall hatte verheerende Folgen f√ľr Sie oder ist √§u√üerst be√§ngstigend f√ľr Sie verlaufen? Sie haben ihn niemals zur Anzeige gebracht oder die Polizei konnte Ihnen nicht helfen?

Dann suchen wir genau nach Ihnen!

F√ľr unser Buch-Projekt „Geschichten aus dem Dunkelfeld“ wollen wir Frauen und M√§nner interviewen, die bereit sind, uns ihre Geschichte zu erz√§hlen. Wir wollen damit das Dunkelfeld beleuchten und Ihren Schicksalen eine Stimme geben. Ganz besonders interessieren wir uns f√ľr Unternehmer/innen, F√ľhrungskr√§fte, Politiker/innen oder Angeh√∂rige weiterer Berufsgruppen, die Durchsetzungskraft und ein hohes Selbstbewusstsein voraussetzen. Durch Sie wollen wir zeigen: Stalking kann jede/n treffen und es gibt einen Weg wieder heraus!

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

Ihre

Sandra Cegla

Vortrag „Stalking im Business“

Vortrag SOSAuf der Tagung von Marie-Luise Dött MdB haben wir gemeinsam festgestellt: Stalking ist auch im Arbeitsalltag eine nicht zu unterschätzende Gefahr, die ohne rechtzeitiges und richtiges Eingreifen verheerende Folgen haben kann.

Wenn Sie bedenken, dass allein von einem Stalking-Fall – direkt oder indirekt, meistens aber ohne deren Wissen – 12 Menschen betroffen sind und bei rund 21.000 F√§llen j√§hrlich in Deutschland, k√∂nnen Sie sich sicher sein: auch Sie k√∂nnen damit in Ber√ľhrung kommen. Unserer Erfahrung nach macht Stalking auch vor den T√ľren Ihres B√ľros nicht Halt: sowohl Unternehmer/innen, F√ľhrungskr√§fte, Professor/innen und Mitarbeiter/innen sind regelm√§√üig betroffen.

Besonders wichtig: die Handlungsempfehlungen unterscheiden sich wesentlich von denen im Intimpartner-Stalking.

Wenn Sie mehr erfahren wollen, buchen Sie unseren Vortrag „Stalking… es begann im Alltag. Ein Gesellschaftph√§nomen mitten unter uns. Erkennen und Entsch√§rfen.“ oder rufen Sie uns an!

Wir freuen uns auf Sie!

Hier erfahren Sie mehr.

Tagung Unternehmerfrauen im Mittelstand

Marie-Luise-Doett-CDUTreffen Sie Sandra Cegla bei der Tagung der Unternehmerfrauen im Mittelstand von Marie-Luise Dött MdB zum Thema:

Stalking… es begann im Alltag. Ein Gesellschaftsph√§nomen mitten unter uns: Erkennen und Entsch√§rfen.

15.04.2016, 13.00 – 18.00 Uhr – 16.04.2016, 10.00 – 12.00 Uhr

Paul-Löbe-Haus, Konrad-Adenauer-Str., 10557 Berlin.

Wir freuen uns auf Sie!